CENTRO SOCIALE
Wir wollen ein politisches, soziokulturelles Zentrum mit einem breit gefächerten Angebot und mit Freiraum für Aktionen und Aktivitäten von und für Menschen aus den umliegenden Vierteln. Dieses Projekt nennen wir CENTRO SOCIALE. Dafür haben wir uns den niedrigen Backsteinbau mit dem Türmchen in der Sternstr. 2 ausgeguckt.
Alle, die Lust haben, das Projekt mit ihrem Engagement oder auch ‘nur’ mit ihren Ideen und Gedanken auf die Beine zu stellen, sind herzlich willkommen.
Warum machen wir das?
Das CENTRO SOCIALE versteht sich als Kontrapunkt zur Gentrifizierung, soll heißen, als Widerborst zu und Rückzugsort in der zunehmend umstrukturierten Stadt. Immer mehr Menschen sind von dem, was ihnen jahrelang als ‘behutsame Sanierung’ verkauft wurde, genervt und gebeutelt: ‚Alteingesessene’ AnwohnerInnen und Gewerbetreibende verlassen notgedrungen die Viertel, weil die Mieten zu hoch und das Leben hier zu anstrengend wird. In die als ‚in’ ausgerufenen Viertel können nur noch Menschen ziehen, die es sich leisten können. Häuser und Grundstücke in der westlichen Innenstadt sind für Investoren begehrte, Gewinn versprechende Anlageobjekte – öffentliche, gemeinschaftlich nutzbare Gebäude oder (Park-)Flächen werden bedrängt, verkauft und privatisiert. Dieser Umstrukturierung wollen wir etwas entgegensetzen und endlich wieder Räume für gemeinsames Leben ohne Konsumzwang öffnen.
Wer “wir” sind:
Die Initiative für das CENTRO SOCIALE ging im Mai 2008 von einigen Menschen aus dem Schanzenviertel aus. Beim zweiten Treffen der Initiative am 18. Juni 2008 dachten bereits rund 80 Menschen einen Abend lang gemeinsam über Möglichkeiten nach, das Projekt zu finanzieren und zu beleben. Das Interesse war immens: Deshalb haben wir bereits im Oktober 2008 gemeinsam die „Sozialgenossenschaft St. Pauli Nord und rundrum eG (i.G.)“ als ‚Dach’ gegründet, die mittlerweile im “ordentlich eingetragen” ist und mehr als 200 Mitglieder hat. Gemeinsam entscheiden alle, die sich engagieren wollen, wie ihr Ort, das Centro Sociale, aussehen soll.
Und was findet im CENTRO SOCIALE statt?
Möglichst alles, was die AnwohnerInnen bzw. die Mitglieder der Genossenschaft dort wollen: Selbst organisierte Fortbildungen, politische Initiativen und Diskussionen, Konzerte, Ausstellungen von KünstlerInnen, Lesungen, Seminare, Familienfeiern und Kindergeburtstage, soziale Selbsthilfegruppen und andere Zusammenkünfte - kurz: ein offener Ort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ganz gleich, ob sie feiern, spielen, lernen, palavern, sich beraten lassen, eine Aktion planen, Politik diskutieren oder gemeinsam an etwas herum denken wollen.
Nach und nach setzen sich die verschiedenen Puzzleteile zu einem bunten Ganzen zusammen. Seit September 2008 tummeln sich immer mehr Aktivitäten im Centro Sociale: die Fahrradselbsthilfe, das gemeinsame Essen (”VoKü”), kreative Räume - exklusiv bzw auch - für Kinder (moma mit Utta, Zaubern mit Salvatore, Kurse für die Kinder aus der Ganztagsgrundschule Ludwigstraße und aus der Altonaer Schule), Erwerbslosen-Selbsthilfe, Sprachkurse, attac Arbeitsgruppen, mujeres sin fronteras mit Beratung und Deutschkurs, die Rote Hilfe, die Offene Kunstwerkstatt junger Erwachsener, Bildungsseminare und Betriebsratsschulungen, Theatergruppen, das Recht auf Stadt Netzwerk mit unterschiedlcihsten Arbeitsgruppen, das Erweiterte Wohnzimmer mit Konzerten, Filmabende un Lesungen und und und… Nicht zu vergessen der Bücherbasar für und im Centro Sociale. Dazu kommen die kleinen und großen Mittwoche (sieht unten). Es gab bereits viele spannende Veranstaltungen zu Themen wie die Finanzkrise (avanti), die Situation im Kongo (kein mensch ist illegal / mit Victor Nzuzi), die globale Ernährungssituation (Flexbibles Flimmern mit ‘We feed the World’), Motorradtouren mit behinderten Menschen (Crazy Run Bremen), §129 (Rote Hilfe) und sehr viel mehr.
Was ist denn jetzt mit dem Haus?
Das rund 500 Quadratmeter große Backsteinhaus gehört der Stadt Hamburg und wird von der ehemals städtischen, nun privat wirtschaftenden Firma SteG verwaltet. Bis Dezember 2009 war das Centro Sociale Untermieterin der Lerchenhof Handwerksgenossenschaft, die der Idee des CENTRO SOCIALE wohlwollend gegenüber stand.
Nachdem das Centro Sociale einen monatelang geführten Wettbewerb um das Haus gewonnen hat, konnte erst einmal ein Übergangsmietvertrag mit der Steg geschlossen werden. Zur Zeit (13. Mai 2010) gehen wir davon aus, dass die SteG den bereits ausgehandelten unterzeichnen wird. Damit hat die Sozialgenossenschaft bzw das Centro den Ausblick,mit einer Option auf weitere fünf Jahren, insgesamt bis Dezember 2019 bleiben zu können. Wir wissen ja, wie schnell die Zeit vergeht…
Wieso Genossenschaft und was ist das überhaupt?
Die Sozialgenossenschaft, die wir am 12. Oktober 2008, einem Sonntag nachmittag, bei einer großen Versammlung gegründet haben, soll die Trägerin für das CENTRO SOCIALE werden. Die – gesetzlich festgeschriebenen – Prinzipien einer eingetragenen Genossenschaft (eG) sind Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und die wirtschaftliche Förderung ihrer Mitglieder; ein Aufsichtsrat, ein Vorstand plus - in unserem Fall - ein AnwohnerInnenbeirat (Plenum) wachen über das CENTRO SOCIALE. Viele Menschen sollen Mitglied werden können: Ein Genossenschaftsanteil kostet deshalb nur hundert Euro. Wer sich das nicht leisten kann, für den/die hat der Förderverein einen Solidaritätsfonds eingerichtet, auch Ratenzahlung ist möglich).
Was passiert mit dem Geld, mit dem ich einen Genossenschaftsanteil kaufe?
Jeder Genossenschaftsanteil ist ein Teil des genossenschaftlichen Eigenkapitals. Damit kann die Genossenschaft arbeiten. Die Anteile lagen bis zur Eintragung der Genossenschaft auf einem anwaltlich verwalteten Treuhandkonto. Nun, nach der Eintragung der SozGeno in das Genossenschaftsregister, werden wir das Geld auf ein Tagesgeldkonto transferieren, wo es sicher liegen und Zinsen produzieren kann. Aber auch dann wird die SozGeno die Beiträge nicht für das laufende Geschäft verwenden.
Woher kommt das Geld für Miete, Energie und alles was nötig ist?
Viele engagierte, kompetente Menschen teilen sich die Arbeit untereinander auf und stemmen das Projekt gemeinsam; auch der Vorstand - Tina Fritsche, Sabrina Glimmann und Schorsch Hanke (Stand Mai 2010)- und Aufsichtsrat - Renate Schumak, Gerald Hoppe und Adrian Koellner (Stand Mai 2010) - bekommen kein Geld für ihre Arbeit. Geld fließt über die Raumvergabe an Feierlustige, Versammlungsfreudige und Lernhungrige - sie bezahlen nach eigener Einschätzung eine Miete.
Außerdem haben sich die benachbarte Kneipe ‚Feldstern’ und das Centro Sociale solidarisch-kollektiv zusammengetan: Für den Betrieb des Feldstern hat sich eine BetriebsGmbH gegründet, in die die Sozialgenossenschaft als Gesellschafterin mit Sperrminorität eintreten wird (Stand Mai 2010). Das klingt kompliziert, macht aber Sinn, um die gemeinsame Vorstellung umzusetzen, dass die wirtschaftlich orientierte Kneipe (in der Arbeit entlohnt wird) das gemeinsinnorientiertes Vorhaben (mit unbezahlter Arbeit) wirtschaftlich mitträgt.
Der Goldstrom fließt jedoch noch lange noicht. Derzeit bezahlt die Sozialgenossenschaft 2.800 Euro Miete und ungefähr noch einmal so viel für Strom, Wasser, Heizung (im Monat). Etwa die Hälfte davon trägt der Feldstern. Die SteG wird die Miete zum 1. Juni heraufsetzen, eine weitere Erhöhung auf dann 3.800 Euro für das gesamte Gebäude kommt nach dem verabredeten Umbaudes des Gebäudes (voraussichtlich im Spätsommer/Herbst 2010) auf das Centro zu.
Zur Zeit helfen vor allem viele große und kleine Spenden, das Centro Sociale zu finanzieren.
Dürfen nur Genossenschaftsmitglieder ins CENTRO SOCIALE?
Nein, das Centro Sociale ist ein Haus für Alle (Rechtsextremismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie werden hier allerdings keinen Platz finden).
Große Runde ist an jedem 3. Mittwoch im Monat um 19.30 h
Fast alle Gruppen sind offen für Interessierte, eine Anmeldung ist in der REgel nicht nötig. Immer am dritten Mittwoch tagt das große Centro-AnwohnerInnen-Plenum. An allen anderen Mittwochen, etwa von 19.30 bis 21 h, sitzen ein paar von den Centro Aktiven mit allen, die dazu kommen wollen, zusammen und palavern über alles, was gerade wichtig sein könnte (”Kleines Plenum”) – alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Davor - um 18.30 Uhr - können alle, die wollen, vorbeikommen zum gemeinsamen Suppe-Essen (gegen Spende für den Feldsternkoch). Danach, wenns noch nicht zu spät ist, plaudern, planen, palavern, trinken. Immer in der Sternstr. 2 – Eingang neben dem Feldstern.
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Hier gibt es alle Termine zu Arbeitsgruppen, Bautreffen, Veranstaltungen …
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In der Presse sind bereits einige Artikel erschienen, hier sind sie nachzulesen.
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